Aufbau Tracktool BMW E30 S50 – Teil 4

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In Aufbau Tracktool BMW E30 S50 – Teil 3 ging es bisher um das Grobe, nun möchten wir schöner Wohnen.

Da die Punkte Motorposition, Abgasanlage sowie Bremse, Räder und Reifen nun geklärt sind, sollte sich auch im Innenraum noch so einiges ändern.

Der verbaute Eigenbaukäfig, ich habe ihn in Aufbau Tracktool BMW E30 S50 – Teil 2 bereits erwähnt, ist mir einfach nicht geheuer. Wie heisst es immer so schön: Safety first!

Auf der Motorshow in Essen war es uns möglich mit den Kollegen von Wiechers einen sehr lohnenswerten Deal zu machen. Ein kompletter Käfig aus Stahl mit Kreuzstreben und Knotenblechen hinten, in den Türen und im Dach, plus neue Stahl-Domstreben vorne und hinten wurde geordert. Es sind zwar Domstreben vorhanden, aber aus Aluminium, leicht sind diese ja, aber für unsere Zwecke unbrauchbar. Also raus mit dem Zeug.

Sitze noch auf neue Konsolen, die neuen Gurte rein und alles elektrifizieren, sprich Fensterheber und Schiebedach gehen nun auch ohne Handarbeit auf und zu. Das kostet im Falle der Fensterheber ein paar Gramm an Fahrzeuggewicht, aber es ist auch ungemein praktisch das Beifahrerfenster öffnen zu können, wenn man in einem 6-Punkt-Gurt festgeschnallt ist.

Das Schiebedach, ich höre die Puristen schon raunen, bleibt auch erhalten. Natürlich gibt es das Argument so viel Gewicht so hoch im Sportgerät tunlichst zu vermeiden. Die Alternativen gefallen mir persönlich leider gar nicht, denn ich habe noch keinen E30 mit entfernter Schiebedachkassette gesehen, bei dem das Dach danach ohne Beulen und Dellen daherkam. Der Dachhimmel sorgt ausserdem für eine Geräuschdämmung die man nicht unterschätzen sollte, gerade wenn man mal wieder die 450km zum Nürburgring auf der Achse hinter sich bringt. Und so ein bisschen Frischluft von oben hat auch noch keinem geschadet, zu Glück könnte man darüber vortrefflich debattieren, muss man aber auch nicht.

Nächster Punkt: Paragraph 21.

Es ist ja nicht so, dass alle Änderungen von Natur aus zulässig sind, daher ist es (zumindest in Deutschland) nötig sich den Segen der Zulassungsbehörden zu holen. Deren verlängerter Arm ist nun mal der Technische Überwachungsverein. Alle zwei Jahre muss das Spielzeug auf seine Sicherheit überprüft werden. Da dies fällig war, konnten die Einzelabnahmen gleich mit abgesegnet werden. Somit ist das gröbste erledigt. Nur das Fahrwerk wollte noch auf der Radlastwaage anständig eingestellt werden. Aber auch das ging danke der Profis von Raeder-Motorsport leicht von der Hand.

Nun passen neben Spur- und Sturzwerten auch die Dämpferraten. Mit seinen 1215 kg (incl. Fahrer und 75% Tankinhalt) ist unser S50 zwar kein Wunder des modernen Leichtbaus geworden. Trotzdem sind die Werte doch recht beachtlich, wenn man bedenkt, das keine Kunststoff-Karosserieteile verbaut wurden, grosse Teile der Innenverkleidungen, das Schiebedach und natürlich die Glasscheiben noch vorhanden sind.

Und was soll man sagen, das ganze hat sich wirklich gelohnt. Das Fahr- und Dämpfungsverhalten ist ein Traum geworden, alles scheint ein Stückchen leichter von der Hand zu gehen. An Stellen der Nordschleife, z.B die Abschnitte zwischen Hohe Acht und Brünnchen, wo man noch in den letzten Jahren mit dem Messer zwischen den Zähnen um Kontrolle rang, gehen die Lastwechsel und Einlenkbewegungen nun so leicht von der Hand, das es schon fast gespenstisch wirkt. Natürlich haben wir nicht nur auf der Nordschleife getestet, auch den Grand-Prix-Kurs des Nürburgrings und den neu gebauten Bilster Berg haben wir zum Testen unter die Räder genommen.

Die Ergebnisse waren beeindruckend. Trotzdem haben wir noch immer potential für Verbesserungen entdeckt. Das Differential ist zu kurz übersetzt und auch die Sperrwirkung ist nicht mehr so wie sie eigentlich sein sollte. Auch die Schaltwege sind zu lang und die Reaktion der Kupplung ist nicht so wie wir uns das wünschen. Hier werden wir noch Abhilfe schaffen müssen.

Es geht also weiter…

 

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