Bericht After-Work-Fahren Bilster Berg

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Ein herrlicher Montag morgen in der hessischen Rennstall.info Homebase.

Kaffee ist getankt und wir sind soweit. Was heute ansteht?

Ballern auf dem Bilster Berg ist die Antwort.

Wir fahren zu einem „etwas anderen“ Trackday, denn es ist eigentlich kein Trackday.

After-Work-Fahren ist das Stichwort, das die Kollegen vom Event-Service-OWL an die Veranstaltung geschrieben haben und es soll das Erlebnis Bilster Berg für alle erlebbar machen. Heißt im Klartext, es geht, wenigstens für die Autos, erst am Nachmittag los und wir haben also noch etwas Zeit, denn die Fahrerbesprechung findet um 14:15 Uhr statt.

Vorher besorgen es sich die Zweirad-Freunde auf der schönen Strecke im schönen Ostwestfalen. Der S50 ist, nach dem Lichtmaschinenschaden, auch wieder fit und soll sich natürlich nun auch auf der Strecke beweisen. 10:30 Uhr Abfahrt ist die Ansage, denn natürlich wollen die knapp 200 km bis zum Bilster Berg auch erst mal stressfrei bewältigt werden.

Und schon geht’s los…

zum Glück ist es Montag und die sonst so dicht befahrene A5 zeigt sich von ihrer freundlichen und staufreien Seite.

Gute zwei Stunden später sind wir angekommen, das Wetter ist perfekt, leicht Bewölkt und gute 18 Grad. Die Semis freuen sich schon auf ihren Einsatz, aber erst mal muss der obligatorische Papierkram erledigt werden. Also Box C14 ansteuern.

Natürlich gibt es in der Box mehr als nur eine Bierbank mit freundlichen Damen und Herren, die Transponder und Startnummer vergeben. Kaffee, Kuchen, Würstchen, Schnitzel und natürlich das ein oder andere Kaltgetränk, alles da. Das leibliche Wohl kommt sicher nicht zu kurz. Schon mal sehr gut.

Während auf der Strecke die Zweirad-Freunde der sportlichen Gruppe noch am werkeln sind, machen wir uns auf den Weg durchs Fahrerlager. Die üblichen Verdächtigen stehen, wie schon fast gewohnt, in Reih und Glied. BMWs aller sportlichen Baureihen, klassische und moderne 11er und auch die schnellen Japaner sind anwesend, aber wie immer gibt es auch die Exoten am Bilster Berg.

Wie kommt man auf die Idee mit einem G-Modell 4×4 hoch 2 auf die Rennstrecke zu gehen? Egal, es ist sehr unterhaltsam ein solches Dickschiff mit Startnummer zu sehen!

Und Action…

die Startnummer 58 ist schon am E30 angebracht und der Transponder gibt einen roten Farbklecks am sonst schwarzen Rennstall-Arbeitsgerät. Die Zeit vergeht wie im Flug, wenn man dutzende Benzinverliebte um sich hat. Noch die Semislicks montiert und ehe wir uns versehen ist es 14:15 Uhr…also Fahrerbesprechung!

Flaggensignale, Verhalten auf der Strecke, Stint-Einteilung, alles perfekt organisiert und kurzweilig. So macht man das.

Der erste Stint wird für alle geführt sein. Im Klartext heißt das:

Jede der zwei Gruppen bekommt ein Vorausfahrzeug, das ein wenig Streckenkenntnis vermitteln soll. Linie finden und lernen ist das Zauberwort.

Super Idee, wie wir finden, denn der Bilster Berg mag nicht so lange sein wie die Nordschleife, aber uneinsehbare Kuppen, späte Scheitelpunkte und kniffelige Wellen gibt es hier auch „en masse“.

Also, ab ins Auto, 15:00 Uhr geht los.

In unserer Gruppe ist das Vorausfahrzeug einer der Gelhaus E30. Ach da fühlt man sich gleich wohl.

In der erste Runde geht es gemütlich um die Strecke. Nach guten 2 km das erste Highlight. Zwei Wellen im schwarzen Band, die erste noch mit Zuggas, kurze Kompression, die zweite Kuppe und dann geht es mit 26% Gefälle runter in die Mausefalle! Jedes mal bekommen wir kurz Schnappatmung wenn es da runter geht. Schon im gemächlichen Tempo stehen im Sattelpunkt 0,8G auf Harrys Laptimer. Danach voll auf den Stempel und den Berg wieder hoch, blinder Knick nach rechts, Auto stabilisieren und anbremsen für die nächste, leicht abfallende Schikane.

Wir möchten gerne wissen, was sich der Architekt Hermann Tilke dabei gedacht hat, aber egal, Genie und Wahnsinn liegen bekanntlich oft nahe zusammen. Hier ist es die perfekte Mischung.

Aber weiter geht’s, Gegengeraden, lange Wellen und kurz vor dem Anbremspunkt der langen Links, Tropfen auf der Scheibe!

Es kam wie es kommen musste, die einzige Wolke weit und breit entlädt sich ausgerechtet direkt über uns. Natürlich sind wir auf Semislicks unterwegs und haben auch schon etwas Temperatur in den Gummis, aber nass ist nass. Aber gut, der Einführungsstint ist eh schon rum, also wieder ab ins Fahrerlager. Reifenwechseln ja oder nein, Wetterradar check, es ist wirklich nur EINE Wolke weit und breit, aber auch wenig Wind. Wir bleiben auf Semis, ist ja auch spaßig ein wenig mehr um Kontrolle ringen zu müssen.

Leider haben wir uns etwas verschätzt und auch die Kollegen der anderen Gruppe haben es nicht geschafft die Strecke wieder trocken zu fahren und noch dazu gibt diese eine fiese, kleine Wolke immer wieder Wasser von sich – sprich – es blieb feucht, den ganzen Nachmittag.

Persönliche Bestzeiten können wir so nicht fahren, aber lustig ist es trotzdem die gut 300 S50-PS, ohne ESP, DSC oder sonstige Helferlein im Regen auf Semislicks zu bewegen, dann muss das Differential eben etwas mehr arbeiten als gewöhnlich.

In den 30 minütigen Pausen wundert sich auch der ein oder andere Pilot eines modernen E92 M3, wie man ohne technische Hilfen mit Semis so schnell sein kann. Die Zeit verfliegt. 18:00 Uhr Feierabend, alles ist heile geblieben. Soweit wir uns erinnern, gab es nicht einen Unfall, was auch der tollen Disziplin der Teilnehmer zu verdanken ist.

Wir denken das jeder der Anwesenden wusste, was er tut. Das haben wir auch schon anders erlebt.

Natürlich bleiben wir noch ein wenig, auch um uns noch die ein oder andere Leckerei aus dem Catering einzuverleiben und Spritgespräche zu führen. Um 19:00 Uhr sind wir dann doch wieder los, schließlich mussten auch wir am Dienstag wieder ins Büro.

Fazit:

After-Work-Fahren ist wie eine gute After-Work-Party, es macht einfach Spaß und der Geldbeutel freut sich auch über die geringen Kosten. An dieser Stelle auch vielen Dank an Bernd Gelhaus und die gesamte Event-Service-OWL für die tolle Veranstaltung! Wir kommen sicher wieder.

Natürlich gibt es auch unsere Trackfotos, nicht zu vergessen das Video dazu.

 

 

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