Bericht Trackday Pistenclub Spa-Francorchamps

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LaSource, Eau Rouge, Les Combes, Blanchimont, Bus Stop.

Für den motorsportaffinen Menschen ist das gleichzusetzten mit van Gogh… Monet, Picasso, Dali und Dürer. Elegant schmiegen sich die Kurven in die hügelige Landschaft der Ardennen. Es ist schon eine wahre Freude nur die Aussicht aus dem Fahrerlager zu genießen. Aber natürlich sind wir nicht wegen der Landschaft nach Belgien gereist. Uns geht es um das Asphaltband, das hier verlegt wurde.

M3 Anhänger

Eigentlich sollte ja unser S50 mit frischem Motor und neuem Elan die 7004 Meter unter die Räder nehmen, aber erstens kommt es anders und zweitens als man denkt. Ein Lichtmaschinenschaden bei den Einstellfahrten am Bilster Berg legt das „Mchen“ erst mal lahm.

Schade!

Zum Glück steht unser kleiner 318IS auch stets für alle Schandtaten bereit. Also, den Kleinen bepackt und ab auf die Piste. Standesgemäß nächtigen wir bei Race&Rooms im Zimmer „La Source“. Mir wäre ja Eau Rouge lieber gewesen, aber sei es drum.

Nach dem Check-In gibt es noch ein schickes Steak, zwei bis drei belgische Bier, eine nette Unterhaltung mit extra aus Norwegen angereisten 1er M-Coupé Piloten und ein kleines Nickerchen. Schon ist es Donnerstag morgen.

Um 7:00 Uhr ist die Nacht um, der Wecker reißt uns aus dem Bett.

Erster Gedanke:
Wie ist das Wetter?
Fenster auf… Alles nass, mist!
Zweiter Gedanke:
Egal, der E30 kann auch quer.
Dritter Gedanke:
Kaffee!

Zum Glück ist es in den Ardennen wie in der Eifel. Wetter kann alles sein, zu jeder Zeit. Pünktlich um 8:00 Uhr stehen wir im Fahrerlager und siehe da, Strecke trocken und die ersten Sonnenstrahlen brechen durch die Wolken. Also suchen wir uns einen netten Platz für unseren kleinen BMW. Wenn man schon mit nur guten 140PS nach Spa fährt, muss alles raus was wiegt. Unser Nachbar staunt nicht schlecht, was wir alles ausladen.

Satz Semis, Werkzeugkiste, Wagenheber, die nötigsten Ersatzteile, Kamera Equipment und selbstverständlich all das, was der Mensch für eine Nacht braucht. Das alles vorsichtshalber unter eine Plane und gut is. Ab zur Fahrerbesprechung.

Erst einmal steuern wir Box 27 an. Hier hat der Pistenclub sein Lager aufgeschlagen. Also die Teilnahmeregularien erledigen, Fahrerbändchen und Mittagessengutschein empfangen. In besagter Box gibt es aber nicht nur Bändchen und Gutscheine! Es gibt Kaffee, Wässerchen und auch die schnelle Banane auf die Hand fehlt nicht. Selbstverständlch muss man auch die Fahrerbesprechung nicht im Stehen hinter sich bringen, Sitzplätze sind genügend vorhanden.

Während die Ersten bereits ihre gebuchten geführten Runden absolvieren, beginnt um 9:00Uhr die Fahrerbesprechung. Da der französische Teil der Welt das deutsche oder englische immer noch meidet wie der Teufel das Weihwasser, muss man sich eben den Gegebenheiten anpassen und der Pistenclub tut das!

Trés bien!

Es gibt die üblichen Hinweise der Flaggensignale auf der Strecke, das allgemeine Umgehen miteinander und auf den technischen Service der Firma Boes-Motorsport, welche alle gängigen Verschleißteile sowie Luft und Läppchen bereit hält.

Ach ja, von 12:00 – 13:00 Mittagspause und Motorenruhe und Lunch im Paddock-Club.

Pünktlich 9:30 Uhr geht es aber auch schon auf die Strecke.

Auch beim Pistenclub wird in Gruppen gefahren. Fahrzeuge mit und ohne Zulassung werden sich auf der Bahn nicht begegnen. Ist vielleicht auch gut so, mit 140 PS möchte man keinem Radical oder Suzuki Performer Racekart auf der Strecke begegnen. Die 991 GT3 RS sind schon schnell genug an einem vorbei.

Trotzdem ist es eine wahre Freude ein Rudel GT3s verschiedenster Generationen im Parallelflug zu beobachten.

Wir kassieren zwar eine blaue Flagge nach der anderen und auf der Kemmel-Straight geht so ziemlich alles an uns vorbei, was Rang und Namen hat. Trotzdem, wenn es um´s Bremsen und um die Kurvengeschwindigkeiten geht, sind wir immer bei der Musik. Gerade von den Les Combes über Bruxelles bis zum Anbremspunkt der Pouhon, können wir auch schon mal dran bleiben – eine wahre Freude. Und von Eau Rouge fange ich jetzt gar nicht an, schnell über den linken Curb rein, leichtes Umsetzen nach rechts um blind nach Links zu rudern – was eine Kurvenkombination.

Auch merken wir, dass auch hier die Disziplin der Teilnehmer eine sehr gute ist, jeder weiß was er zu tun und zu lassen hat, da können wir – auf La Source zu – auch mal mittig bleiben, links und rechts ist Platz und der wird gnadenlos genutzt, ohne dass es für einen der Beteiligten eng wird.

Ehe wir uns versehen ist Mittag. Motorenruhe. Eigentlich auch ganz schön, die Ruhe in den sonst so idyllischen Ardennen zu genießen. Das Catering im Paddock-Club ist sehr fein, so etwas haben wir bei einem Trackday noch nie erlebt. Feines Buffet, reiche Auswahl an Getränken und das im Ambiente, wo sonst nur Hamiltons, Rosbergs und Vettels speisen. So wird auch die Mittagspause zum Erlebnis und natürlich hat man von hier oben auch einen herrlichen Blick auf Landschaft und Strecke.

Außerdem bleibt Zeit für einen Rundgang im Fahrerlager. Schon erlesen, was hier so alles parkt. Wunderschöne Corvettes aller Generationen, Lotus Elise und Exige in allen Ausbaustufen, Caterhams, Porsches, BMWs, Ferraris und mein persönliches Highlight – ein sehr hübscher BAC Mono im unschuldigen, weißen Kleidchen.

Eine Augenweide!

Aber ehe wir uns verlieben, geht es schon zurück auf die Strecke, denn der Zeitplan ist straff. Ein klein wenig wünschen wir uns eine Open Pitlane Party herbei, aber bei der Menge an unterschiedlichen Fahrzeugen ist das organisatorisch kaum zu bewältigen.

Macht aber auch nichts, wir drehen einfach noch ein paar Runden und haben Spaß.

Unsere letzte Runde ist eine ganz besondere. Wir folgen dem Tipp eines Streckenmarschalls des Pistenclubs und begeben uns auf Erkundungstour um die Strecke. Aber gegen die Fahrtrichtung auf einem Weg, der die Strecke außen umläuft. Wir finden an allen Ecken tolle Fotospots und nutzen diese auch. Eigentlich sollte jeder Teilnehmer auch diese Runde machen, denn es ist absolut sehenswert.

Alle Bilder der Veranstaltung findest du in unserer Fotostrecke. Die besten Fotos und das GIGAPIXEL stehen auch für Dich bereit. Natürlich haben wir auch noch ein Video geschnitten.

Alles in Allem, ein sehr gelungener Tag auf und neben der Strecke, mit einem tollen Veranstalter, der keinerlei Wünsche offen lässt und super Teilnehmern.

Wir kommen gerne wieder!

 

Unsere Bewertung für diesen Trackday:

Kommunikation:

5-Scheiben-30H

 

 

Kosten der Teilnahme:

4-Scheiben-H30

 

 

Fahrzeit:

3-Scheiben-H30

 

 

Fahrerbesprechung:

5-Scheiben-30H

 

 

Service vor Ort:

5-Scheiben-30H

 

 

Catering:

5-Scheiben-30H

 

 

Ansprechpartner vor Ort:

5-Scheiben-30H

 

 

Atmosphäre:

5-Scheiben-30H

 

 

Gesamtwertung:

4-Scheiben-H50

 

 

 

Alle Infos über die Bewertungkriterien findet Ihr hier: RENNSTALL-Bewertungssystem

 

RENNSTALL-Index: 162

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