VW Driving Experience BilsterBerg

with Keine Kommentare

Selbst denkst du immer, du bist der König am Lenkrad. Du beherrschst dein Auto mit Abstand am besten. Nie denkst du daran, dass genau das Quatsch ist. Es gibt Könner, welche damit Geld verdienen können und das ist mehr als nur ein wenig am Rad drehen. Sie zeigen dir und allen Anderen, wie es richtig geht. Ab diesem Moment kann jeder hinter seinem Lenkrad anfangen aufzuwachen und sollte die Ohren spitzen.

Rennstall.info war im Dialog, für genau Dich!

Wir haben uns ausführlich mit den schnellsten Jungs von der VW Driving Experience unterhalten und zwar auch mit dem Duisburger Rekordfahrer Benjamin Leuchter. Benjamin wird im kommenden November erst 30 Jahre alt, steht voll im Saft und hat einfach Spaß an seinem Job. Das merkt man auch bei den ausführlichen Antworten auf unsere Fragen.

Rennstall Q: Was ist deiner Meinung nach das wichtigste um flott unterwegs zu sein?

Benjamin Leuchter: Als erstes solltet ihr digitales Fahren vermeiden. Versucht mit dem Fahrzeug, das euch zur Verfügung steht, schnell zu arbeiten, bleibt aber geschmeidig. Dann kommt ihr in einen guten Rhythmus. Das Auto schaukelt auch nicht in die Bereiche auf, wo es hinderlich ist. Jede zusätzliche Bewegung im Auto führt am Limit immer dazu, dass es entweder zum Über- oder Untersteuern kommt. Wenn ihr beim Einlenken abrupt vom Gas geht, kann es bei einem Fronttriebler dazu führen, dass das Heck leicht wird, da durch diesen Impuls die Vorderachse eintaucht. Das gilt es zu vermeiden, denn ein geschmeidiger Rhythmus ist sehr wichtig für schnelles fahren.

 

Rennstall Q: Was siehst du als wichtige theoretische Grundlage für das Sportfahren?

Benjamin Leuchter: Das Thema Physik natürlich. Es geht beim Autofahren immer nur um Kräfteverteilung. Der Kontakt des Reifens bei einem still stehenden Auto ist nicht größer als ein DIN A4 Blatt. Durch das Fahren (Fliehkraft) nimmt diese Fläche dann leider auch noch ab. Der Kammsche Kreis ist sehr wichtig und recht einfach zu verstehen. Kurz zwei Beispiele: 50% Lenken und 50% Beschleunigung wäre optimal, aber bei einer Vollbremsung aus z.B. 200km/h zeigt uns der Kammsche Kreis, dass wir die Räder alle gerade halten sollten. Denn bei 100% Verzögerung und 25% Lenken würden wir Grip verlieren und alles kann mit dem Fahrzeug passieren. Stellt euch einfach immer vor das Lenkrad und das Gaspedal sind mit einem Seil verbunden. Sobald die Räder gerade stehen – Vollgas! Wenn man einlenkt – Gas weg! Damit tastet man sich langsam ran und dann wird man von alleine immer schneller.

Rennstall Q: Benjamin, welchen Tipp würdest du einem erfahrenen Hobbyfahrer geben?

Benjamin Leuchter: Blickführung ist das A und O, beim Autofahren und vor allem beim Fahren auf einer Rennstrecke. Du musst die Punkte an denen du einlenken möchtest anvisieren, ebenso die Scheitelpunkte, an denen du innen in der Kurven sein möchtest. Der Mensch hat nur 1°Grad Sichtfläche, wo er scharf sieht und das muss genutzt werden um schnell und sicher zu fahren.

An dieser Stelle möchten wir uns nochmal bei Benjamin für das tolle Gespräch bedanken.

Nach der Theorie geht es an das Eingemachte.

Die frischen Jungs von VW Driving Experience hatten alles im Gepäck was Spaß machen kann.

1.: Der Dampfhammer im Miniformat – Polo GTI. Der Polo kann mit seinem 1.8er Turbo Triebwerk echte 236km/h einstellen.

2.: Der Prolet – Golf R. Er bringt 310PS und Allrad mit, aber auch 1.500kg, Etwas zu „fett“ für unseren Geschmack, aber die 380Nm bringen den Dicken schon zum fliegen.

Und last but not least…

3.: Die neue rote Zora – Golf GTI Clubsport. Das motorsportlich Feinste was VW sich je mit dem Golf getraut hat. Der „Clubbi“ stellt 265PS bereit und wenn der Overboost wirkt, sind es 295 Pferde bei guten 400Nm Drehmoment die am Vorderwagen reissen. Aber reicht das? Nein, denn der Rote ist 1385kg „leicht“ und hat dazu noch eine klebrige Semi-Slick Bereifung – uns freut sowas!

Abwechselnd haben wir alle drei Modelle schnell über den Bilster Berg bewegt und zu unserer eigenen Überraschung mussten wir feststellen, alle Drei funktionieren.

Klar, der Clubsport ist mit Abstand an allen Ecken und Geraden der Schnellste, aber auch der wendige Polo kann in der engen Kurven extrem schnell sein. Den würden wir doch sehr gerne mal auf Semis stellen! Der Golf R ist einfach ein Drag-Racer, auf der Geraden unfassbar schnell, aber die 1500+ kg machen es in engen Passagen nicht gerade leicht den Kurs zu halten, aber der Allrad richtet alles wieder gerade.

Dieses rote Clubsport Gran Turismo Injektion Ding ist schon eine Macht. Die Hinterachse bewegt sich in schnellen Ecken, wie die eines Heckgetriebenen und die Vorderachse kann mit Kurven so gut umgehen wie Käpt’n Iglo mit Fischstäbchen, wirklich beeindruckend!

Benchmark in der Kompaktklasse? Wo bleiben die Anderen?

Focus, Civic, Megane, Leon, A-Klasse alle sind geil und fett, aber bei einer Basis von unter 35.000 EUR bekommt man nirgendwo anders soviel Sport.

Ein Focus ist eine Alternative, sau spaßig und er ist auch ein „bang for the buck“.

Der neue Civic ist dem Ford sehr ähnlich, ja gut, noch etwas lauter was die Optik angeht aber durchaus vergleichbare Fahrzeugdaten.

Der Megane ist als guter Gebrauchter auch eine super Alternative. Leider ist der gute Megane auch schon in die Jahre gekommen und bräuchte eigentlich eine solide Überarbeitung vom Werk.

Der wilde Spanier ist, aus unserer Sicht, der „Golf“, der dem Golf am besten das Wasser reichen kann. Aber aus der Box leider etwas zu zahm, aber ein paar kleine Modifikationen und der Leon ist schnell, das sieht man auch immer wieder auf der Nordschleife, wo der ein oder andere sehr schnelle Leon eine Runde nach der anderen mit einer 7:xx in den Eifelasphalt brennt.

Die A-Klasse hat sich etwas entwickelt, ballert zur Zeit auch in etwas über 8:00 Minuten über die Nordschleife, nur leider bekommt man fast zwei Clubsport Gölfe für den Preis einer gut ausgestalten AMG A-Klasse.

Unser Fazit ist ganz eindeutig: Der Golf Clubsport ist eine Killer-Fahrmaschine für den gut bedachten Geldbeutel. Kaufen, einsteigen und richtig viel Spaß haben. Bitte aber in Rot kaufen!

Bild Quellen A-Klasse: www.automobilwoche.de // Elchfans

Deine Gedanken zu diesem Thema